"Au-pair" bei deutschen Familien

Aufgaben eines Au-pairs

Die t„glichen Aufgaben eines Au-pairs sind sehr unterschiedlich. Sie h„ngen ganz von der Eigenart und dem Lebensstil der Familie ab, die das Au-pair bei sich aufgenommen hat. Zum Alltag eines Au-pairs geh”rt im Allgemeinen:

Rechte und Pflichten

Das "Europ„ische Abkommen ber die Au-pair-Besch„ftigung" enth„lt Rahmenvorschriften ber die Lebens- und Arbeitsbedingungen, den Sprachunterricht, die soziale Sicherung sowie ber die Rechte und Pflichten der Gastfamilie und des Au-pairs. Dieses Abkommen wurde zwar von der Bundesrepublik Deutschland nicht best„tigt, es wird jedoch im Allgemeinen danach verfahren. Dazu kommen, da man das Au-pair-Verh„ltnis in Deutschland schon seit vielen Jahren kennt, gewisse Gepflogenheiten:

Dauer des Au-pair-Verh„ltnisses

Das Au-pair-Verh„ltnis muss mindestens 6 Monate dauern und kann maximal ein Jahr umfassen. Eine erneute Besch„ftigung als Au-pair ist nicht m”glich, auch wenn die H”chstdauer von einem Jahr nicht ausgesch”pft wurde.

Arbeit und Freizeit

Die Aufgaben im Haushalt (einschlieálich Babysitting) drfen das Au-pair grunds„tzlich nicht mehr als 6 Stunden t„glich und 30 Stunden w”chentlich in Anspruch nehmen. Soll diese Zeitdauer aus besonderem Anlass berschritten werden, so bedarf dies einer vorherigen Absprache. Die šberstunden mssen zeitlich ausgeglichen werden.

Von der Familie kann verlangt werden, dass das Au-pair die bertragenen Aufgaben in angemessener Zeit erledigt. Die Erledigung privater Angelegenheiten (z. B. das Sauberhalten und Aufr„umen des eigenen Zimmers) z„hlt nicht als Hausarbeitszeit. Die Einteilung der Hausarbeitszeit richtet sich nach den h„uslichen Gewohnheiten und Bedrfnissen der Familie. Eine gewisse Regelm„áigkeit im Tagesablauf kann jedoch erwartet werden.

Dem Au-pair steht mindestens ein voller Ruhetag in der Woche zu (nicht notwendigerweise am Wochenende, mindestens ein Sonntag im Monat muss jedoch frei sein). Auáerdem sind mindestens 4 freie Abende pro Woche zu gew„hren.

Erholungsurlaub

Wird ein Au-pair fr ein volles Jahr in die Familie aufgenommen, steht ihm ein bezahlter Erholungsurlaub von 4 Wochen zu. Ansonsten fr jeden vollen Monat ein Urlaub von 2 Werktagen.

F„hrt die Familie selbst in den Urlaub, nimmt sie h„ufig das Au-pair mit. In diesem Fall muss das Au-pair dann jedoch auch gewisse Aufgaben und Verpflichtungen bernehmen (z. B. Betreuung der Kinder usw.). Ein Familienurlaub z„hlt aber fr ein Au-pair nur dann als eigener Urlaub, wenn lediglich unwesentliche Aufgaben bernommen werden mssen und keine Anwesenheitspflicht besteht. F„hrt das Au-pair nicht mit in den Familienurlaub, ist eine Besch„ftigung bei einer anderen Familie (Nachbarn, Bekannte etc.) nicht zul„ssig.

Sprachkurs

Jedem Au-pair ist die M”glichkeit zu geben, in seiner Freizeit an einem Deutsch-Sprachkurs teilzunehmen sowie kulturelle und geistig anregende Veranstaltungen zu besuchen. Die Gastfamilie ist verpflichtet sich an den Kosten des Sprachkurses mit 50 _ monatlich zu beteiligen. Die Kosten fr andere Veranstaltungen muss das Au-pair jedoch selbst tragen.

Unterkunft und Verpflegung

Unterkunft und Verpflegung werden von der Familie unentgeltlich gestellt. Grunds„tzlich steht dem ein eigenes Zimmer innerhalb der Familienwohnung zur Verfgung. Es nimmt an den gemeinsamen Mahlzeiten teil und erh„lt dasselbe Essen wie die Familienangeh”rigen. Wird eine bestimmte Ern„hrungsform gewnscht, sollte dies in der Bewerbung angegeben werden.

Taschengeld und Reisekosten

Ziel und Zweck eines Au-pair-Verh„ltnisses ist die Vervollst„ndigung der Sprachkenntnisse (ggf. der Berufserfahrung) sowie die Erweiterung des Allgemeinwissens durch eine bessere Kenntnis des Gastlandes. Ein Au-pair erh„lt daher keinen Arbeitslohn im blichen Sinne, sondern lediglich ein sogenanntes Taschengeld. Es betr„gt zurzeit 260 _ im Monat, unabh„ngig von der Dauer der Hausarbeitszeit. Die Kosten fr die An- und Rckreise tr„gt in der Regel das Au-pair.

Kranken- und Unfallversicherung, Schwangerschaft

Fr das Au-pair muss in Deutschland eine Versicherung fr den Fall der Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie eines Unfalls abgeschlossen werden. Alle Versicherungsbeitr„ge gehen zu Lasten der Familie.

Aufl”sung des Au-pair-Verh„ltnisses

Das Au-pair-Verh„ltnis endet nach Ablauf der vereinbarten Zeit. Sofern keine Kndigungsfrist vereinbart wurde, kann das Vertragsverh„ltnis vor Ablauf dieser Zeit grunds„tzlich nur im gegenseitigen Einvernehmen gel”st werden (Aufl”sungsvertrag). In den meisten F„llen einigen sich beide Seiten darauf, dass das Au-pair so lange bleibt, bis es eine andere Gastfamilie gefunden hat. Liegt ein schwerwiegender Grund vor, kann das Au-pair- Verh„ltnis fristlos gekndigt werden. Abgesehen von diesem Fall drfte es selbstverst„ndlich sein, dass man sich nicht schon in den ersten Tagen des Zusammenlebens trennt; der erste "Kulturschock" (z.B. aufgrund der andersartigen Lebens- und Essensgewohnheiten) wird bei gutem Willen erfahrungsgem„á nach kurzer Zeit berwunden. Sollte jedoch ein harmonisches Zusammenleben nicht m”glich sein, sollte die Au-pair-Agentur hierber so bald wie m”glich informiert werden. Sie wird versuchen, sich ein m”glichst objektives Bild zu verschaffen und eine fr beide Seiten annehmbare L”sung zu finden.

Bewerbung, Vermittlung und Besch„ftigung

Das Mindestalter fr Au-pairs betr„gt 18 Jahre, bei Au-pairs aus den EU-/EWR-Staaten und aus der Schweiz 17 Jahre. Maágebend hierfr ist der Besch„ftigungsbeginn. Bei Minderj„hrigen ist eine schriftliche Einverst„ndniserkl„rung der gesetzlichen Vertreter erforderlich. Auch verheiratete Au-pairs k”nnen zugelassen werden.

Es wird erwartet, dass das Au-pair ber Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfgt. Verlangt werden Sprachkenntnisse, die mindestens dem Level A 1 des Gemeinsamen Europ„ischen Referenzrahmens entsprechen.

Bewerberinnen und Bewerber sollten ihre Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsschreiben, Lebenslauf) sorgf„ltig und genau in deutscher Sprache abfassen und ein ansprechendes Passbild beifgen (bitte auf dem Lebenslauf befestigen). Viele Au-pair-Agenturen verlangen darber hinaus das Ausfllen eines Fragebogens. Alle Angaben mssen wahrheitsgem„á sein.

Besteht zwischen der Gastfamilie und dem Au-pair ein Verwandtschaftsverh„ltnis, soll keine Au-pair-Besch„ftigung zugelassen werden.

Bei der Vermittlung wird die Au-pair-Agentur die Vorstellungen der Familie und der Bewerberin bzw. des Bewerbers soweit wie m”glich bercksichtigen. Das Angebot an interessierten Familien ist in der Bundesrepublik Deutschland im Allgemeinen groá.

Bei Au-pairs aus Staaten, die nicht der Europ„ischen Union (EU, dem Europ„ischen Wirtschaftsraum (EWR) oder der Schweiz angeh”ren (sogenannte Drittstaaten) sowie aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Rum„nien, Bulgarien und Kroatien mssen folgende Bedingungen erfllt sein:

-- Die Besch„ftigung von Au-pairs darf grunds„tzlich nur in Gastfamilien erfolgen, in denen Deutsch als Muttersprache gesprochen wird. Wenigstens ein erwachsenes Familienmitglied muss die deutsche Staatsangeh”rigkeit bzw. die Staatsangeh”rigkeit eines EU-/EWR-Staates oder der Schweiz besitzen.

-- Wird in der Familie Deutsch als Familiensprache gesprochen, kann die Zustimmung erteilt werden, wenn der oder die Besch„ftigte nicht aus einem Heimatland der Gasteltern stammt.

-- Soweit sich aus dem Freizgigkeits- oder Niederlassungsrecht der Europ„ischen Gemeinschaft fr das Au-pair oder die in Deutschland lebenden Gasteltern aus EU- Mitgliedstaaten, eines EWR-Staates oder der Schweiz gnstigere Regelungen ergeben, sind diese zu beachten. Au-pair-Agenturen mit Sitz in Deutschland drfen von Au-pairs fr die Vermittlung eine Vergtung von h”chstens 150 _ verlangen (einschlieálich der gesetzlichen Umsatzsteuer). Vorschsse auf diese Vergtung drfen nicht erhoben werden.

-- Die Vergtung wird erst dann geschuldet, wenn der Au-pair-Vertrag rechtswirksam zustande gekommen ist. Bei Au-pairs aus Nicht-EU-/EWR-Staaten (mit Ausnahme der Schweiz) sowie aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rum„nien und Kroatien ist dies erst dann der Fall, wenn der erforderliche Aufenthaltstitel bzw. die erforderliche Arbeitserlaubnis-EU erteilt wurde.

Einreise-, Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungsbestimmungen

Au-pairs aus Drittstaaten

Au-pairs aus den sogenannten Drittstaaten ben”tigen einen Aufenthaltstitel (Visum/ Aufenthaltserlaubnis). Der Aufenthaltstitel muss vor der Einreise bei der zust„ndigen deutschen Auslandsvertretung (das ist die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland oder ein regional zust„ndiges Konsulat) in Form eines Visums beantragt werden. Angeh”rige bestimmter Staaten (z.B. aus Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, Neuseeland, den Vereinigten Staaten von Amerika) k”nnen ohne Visum einreisen. Bitte erkundigen Sie sich bei der Deutschen Botschaft bzw. dem Deutschen Konsulat.
Voraussetzung fr die Erteilung des Visums ist die vorherige Zustimmung der ZAV. Das Visum muss vor Vollendung des 27. Lebensjahres und sollte - zur Vermeidung von Schwierigkeiten - so rechtzeitig beantragt werden, dass diese Altersgrenze bis zur Entscheidung der Ausl„nderbeh”rde nicht berschritten wird.
Nach Einreise wird die Aufenthaltserlaubnis auf Antrag von der ”rtlich zust„ndigen Ausl„nderbeh”rde erteilt. Sie muss vor Ablauf des Visums bei der zust„ndigen Ausl„nderbeh”rde eingeholt werden. Die Au-pair-Besch„ftigung darf erst nach der Erteilung des Aufenthaltstitels (Visum/Aufenthaltserlaubnis), der ausdrcklich die Aufnahme einer Au- pair-Besch„ftigung erlaubt, aufgenommen werden.
Fr die Einreise und fr die Dauer des vorgesehenen Aufenthalts ist ein gltiger Reisepass des Herkunftslandes erforderlich.

Au-pairs aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien, Rum„nien und Kroatien

Unionsbrger der neuen EU-Mitgliedstaaten ben”tigen kein Visum und keinen Aufenthaltstitel. Fr die Einreise ist nur ein gltiger Personalausweis erforderlich. Es empfiehlt sich jedoch (fr den Fall eines Verlustes des Personalausweises), auch den Reisepass mitzunehmen.
Nach der Einreise und vor Vollendung des 27. Lebensjahres muss bei dem zust„ndigen Arbeitserlaubnis-Team der ZAV eine Arbeitserlaubnis-EU beantragt werden. Ansprechpartner ist das fr den Wohnort der Gastfamilie zust„ndige Arbeitserlaubnis-Team der ZAV: www.zav.de/arbeitsmarktzulassung > Weitere Informationen. Erst nach Erteilung dieser Erlaubnis darf die Au-pair-Besch„ftigung aufgenommen werden.
Von der ”rtlich zust„ndigen Melde- bzw. Ausl„nderbeh”rde wird von Amts wegen eine Bescheinigung ber das Aufenthaltsrecht ausgestellt.

Au-pairs aus anderen EU-/EWR-Mitgliedstaaten sowie aus der Schweiz

Fr Au-pairs aus diesen Staaten gelten keine arbeitsgenehmigungsrechtlichen Beschr„nkungen.

Zu guter Letzt

Es empfiehlt sich, nur eine Au-pair-Agentur in Anspruch zu nehmen, die sich verpflichtet, Ihnen w„hrend des Aufenthalts zum Beispiel bei Schwierigkeiten mit der Gastfamilie beizustehen. Anderenfalls sind Sie unter Umst„nden in Deutschland auf sich allein gestellt.
Unter dem Dach der "Gtegemeinschaft Au-pair e.V." haben sich Au-pair- Vermittlungsagenturen zusammengeschlossen, deren Vermittlungst„tigkeit laufend kontrolliert wird. Neben der Vermittlung durch gewerbliche Vermittlungsagenturen wird die Au-pair-Vermittlung in Deutschland auch von konfessionellen Au-pair-Beratungs- und Vermittlungsorganisationen durchgefhrt.
In Notf„llen soll zun„chst versucht werden mit der Vermittlungsagentur Kontakt aufzunehmen. Fr die F„lle, in denen das nicht m”glich ist, vereinbarte die Gtegemeinschaft Au-pair e.V. mit der Telefon-Seelsorge, dass deren Rufnummern fr Au- pairs zur Verfgung stehen.

Notfallhotline:

0800 111 0 111

oder

0800 111 0 222

Diese Nummern sind ausschlieálich fr Notrufe bestimmt.

Wenn Sie sich entschlossen haben, als Au-pair in die Bundesrepublik Deutschland zu kommen, gehen Sie aufgeschlossen auf Ihre Gastfamilie zu und teilen Sie mit ihr unvoreingenommen ihre Lebensgewohnheiten und Gepflogenheiten, die Sie ja in Deutschland kennen lernen m”chten. Bemhen Sie sich ernsthaft und nachdrcklich um die Vervollst„ndigung Ihrer Kenntnisse der deutschen Sprache. Nehmen Sie sich vor, aus den vielen neuen und zum Teil ungewohnten, manchmal schwierigen, aber auch sch”nen Eindrcken eine wertvolle Lebenserfahrung zu gewinnen. Einem erfolgreichen Aufenthalt in Deutschland drfte dann nichts im Wege stehen.

Diese sowie weitere aktuelle Informationen ber die gesetzlichen Bestimmungen, die fr eine Arbeitsaufnahme in Deutschland zu beachten sind, finden Sie auch im Internet unter www.zav.de/arbeitsmarktzulassung)

Herausgeber

Bundesagentur fr Arbeit Zentrale Auslands und Fachvermittlung (ZAV)

Stand: Juli 2013